Publikation über die Emmendinger Fabrikantenfamilie Ringwald erschienen

Dieter Wörner

Der Emmendinger Autor und Mitglied der Hachberg-Bibliothek e.V. Dieter Wörner untersucht die Aufstiegsgeschichte der Fabrikantenfamilie Ringwald, von deren bäuerlichen Ursprüngen in Biederbach und Freiamt zur herausgehobenen gesellschaftlichen Stellung im 19. Jahrhundert in Emmendingen.

Mitten im Dreißigjährigen Krieg verlässt der junge Georg Ringwald seine von Elend und Zerstörung gezeichnete Heimat im hinteren Elztal und versucht, sich im benachbarten Freiamt eine neue Existenz aufzubauen. Wie es die Familie über viele Generationen vom Bauernstand in die Welt der tonangebenden städtischen Honoratioren schafft und eine der größten Tabakfabriken im deutschsprachigen Raum aufbauen kann, ist eine spannende Geschichte, die sich in der Region und der Stadt Emmendingen abspielte. Die 1848/49-Revolution in Baden spielt darin eine Rolle, ebenso wird die Anpassung des Bürgertums an den wilhelminischen Ständestaat durch die Geschichte dieser Familie illustriert.

Der Autor hat neben der Auswertung des Firmennachlasses Ringwald mit Privatkorrespondenz im Emmendinger Stadtarchiv auch Quellen und Urkunden in einer Vielzahl von Archiven zwischen Karlsruhe und Basel, darunter auch aus Freiamt und Biederbach, hinzugezogen. Hieraus ergaben sich neue Erkenntnisse zur Geschichte der Stadt Emmendingen sowie von Freiamt und dem Elztal. Das Bild des mit einem Straßennamen in Emmendingen geehrten Firmengründers Carl August Ringwald, der an der badischen Revolution als Kommandant der Bürgerwehr teilnahm, muss aufgrund erstmals ausgewerteter Dokumente teilweise korrigiert werden. Weitere Erkenntnisse kamen zutage wie eine berührende menschliche Seite des Nachfolgers des Firmengründers und nationalistischen Lokalpolitikers Karl Johann Ringwald. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wandte er sich im Mai 1933, kurz vor seinem Lebensende, mit einem mutigen Protest gegen den Boykott jüdischer Geschäfte.

Der Fabrikantenfamilie Ringwald wird in der Publikation ein Vertreter der Ortenauer Adelsfamilie Roeder von Diersburg gegenübergestellt, um die Lebensentwürfe der städtischen bürgerlichen und der staatlichen ständischen Eliten im Großherzogtum Baden zu vergleichen. So illustriert Wörner die bürgerliche Aufstiegsgeschichte in die Welt der Honoratioren und die Lebenswelt des Adels mit ihren ererbten Privilegien als Teil der Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte der Markgrafschaft und des Großherzogtums Baden, deren überholte Ordnung dann im Ersten Weltkrieg zusammenbricht.

Die Publikation ist im Buchhandel für 16,90 € erhältlich. In der Hachberg-Bibliothek kann sie gegen eine Spende erworben werden.

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